über die ISO 9001 und deren Einführungs- und Aufrechterhaltungsaufwand plus Zertifizierung finde ich wenig bis keine substantiellen Quellen im Web, die sich kritisch äußern. Würde mich zur weiteren Meinungsbildung über Quellen mit kritischer Auseinandersetzung oder eigenen Stellungnahmen freuen. Kann doch wohl nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sein, oder?
Die ISO 9001 ist an sich ein gutes Regelwerk, so dass es weinige kritsche Quellen dazu gibt (habe tatsächlich auch nichts kritisches im Web gefunden).
Der Sinn wird immer dann angezweifelt wenn man bei der Einführung einen adminmistrativen Aufwanf betreibt der eigentlich nicht notwendig ist. Die Zertifizierung wird angezweifelt, weil es unter den Zertifizierren, wie in anderen Bereichen auch, schwarze Schafe gibt, so dass eine Zertifizierung keine verlässliche Ausssage mehtr bietet.
Als kritisch an der ISO9001 betrachte ich die folgenden Punkte:
(1) Die Einführung und Zertifizierung wird in einigen Unternehmen vornehmlich angestrebt, um ein zusätzliches Marketingmerkmal ausweisen zu können, ohne die eigentlichen Ziele der Prozessverbesserung, der Qualitätssteigerung und damit die Verbesserung des Images und der Effizienz zu betrachten.
(2) Zertifikate und Zertifizierung bieten ein doch beachtliches Geschäftspotential, demnach auch schwarzen Schafen in den Reihen der Zertifizierer, die dieser Zunft schaden.
ABER, - ISO9001 bleibt ein wichtiges Indiz für ehrliche Qualitätsansprüche, - schwarze Schafe haben eine kürzere Lebenserwartung als weisse und - Qualität (in jeder Zunft) regelt sich - nach wie vor - über den Markt.
Die Zertifizierung nach der ISO-Norm bringt keine Qualitätssteigerung, sondern ist ein Rückschritt in stumpfsinnige Bürokratie, meint der deutsche Bestsellerautor Reinhard Sprenger. Die einzigen, die seiner Ansicht nach davon profitieren, sind die Berater
"Mit dem ISO-Wahn stempelt man sich Bürokraten heran, die nur den Umgang mit Handbüchern beherrschen."
Dass für diesen ganzen Unsinn auch noch Unsummen ausgegeben werden (Kleinbetriebe zahlen in Deutschland immerhin mindestens 70.000 Schilling, mittelständische Betriebe bis zu 300.000 Schilling und größere Unternehmen oder Konzerne leicht einige Millionen); dass ganz nebenbei die Wertschöpfungsprozesse zusätzlich bürokratisch belastet werden, ist egal.
Reinhard Sprenger ist Unternehmensberater und Autor vieldiskutierter Managementbücher ("Mythos Motivation", "Das Prinzip Selbstverantwortung").
Scheibeler war immer amüsant zu lesen. Und ein Körnchen Wahrheit steckt auch darin. Obwohl die Ablehnung der Qualitätsnormen eigentklich nur seine "Masche war. Ruhig ist es um ihn geworden. Der Spruch ist schon ein Jahrzehnt alt.
Leider muss ich feststellen, dass besonders bei Klein- und Mittelbetrieben der Aufwand im Verhältnis von Management- und Unterstützungsprozessen zu den eigentlichen Kernprozessen nicht mehr stimmt.
Ich meine hier speziell die Pflichtanweisungen Lenkung von Dokumenten, Lenkung von Aufzeichnungen,Schulung,Korrektur und Vorbeugungsmaßnahmen.
Bevor sie mich jetzt steinigen setzen sie sich in die Rolle eines Lonhnfertigers mit den Kernprozessen-Verkauf-Einkauf-Arbeitsvorbereitung-Fertigung und denken sie daran, dass ich das Verhältnis meinte. Natürlich weiß ich dass alle Prozesse wichtig sind. mfg Qualitussy
Der Autor versucht, einen Zusammenhang zwischen Balanced Scorecard und DIN EN ISO 9001:2000 herzustellen. Beides bleibt aber unvermittelt und wenig tiefgründig nebeneinander stehen.
Berlin et al.: Springer, 2. neuberabeitete und erweiterte Auflage, 215 Seiten plus CD-ROM (2002) ISBN 3540436790
letzlich kann man alles infrage stellen. Die ISO-Kritiker sind in der Regel Berater, Q-Leute oder Manager die, und da gebe ich den Vorrednern recht, versuchen aus dem Frust anderer Leute Geld zu schlagen oder ihr Ego aufpolieren wollen. Ich will an dieser Stelle gar nicht das für und wieder der 9001 erörtern. Nichts ist perfekt. Aber aus meiner langjährigen Erfahrung in diesem Geschäft, weiß ich, dass das teilweise negative Image der ISO vornehmlich von Managern geprägt wird, die sich in Ihren Entscheidungen eingeengt fühlen. Denn da kommen auch noch Zertifizierungsauditoren die wissen wollen, warum z.B. selbst gesteckte Ziele nicht erreicht worden sind und was man dagegen zu tun gedenkt (Stichwort Managementbewertung), oder warum man fehlerhafte Ware doch versandt hat. Da stellt man doch lieber die Norm infrage, als die Managementmethoden zu ändern. So ist nun mal der Mensch.
ich möchte mich bedanken für diese substantielle Diskussion. Es sind einige interessante Aspekte für mich dabei, die ich weiterverfolgen werde (Studienarbeit).
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